Babys und Blitze

Babys dürfen nicht geblitzt werden. Das habe ich in den letzten Tagen doch wieder öfter gelesen – und musste mir auch anhören, ich sei kindfremd, möglicherweise ein Sadist. Den Worten einer Hebamme wird (logischerweise) eher vertraut, da sie eine Neugeborenen-Erfahrene ist. In wohl allen Belangen des Gebährens und der Neugeborenenpflege ist Ihr Wissen goldrichtig. Nur, was weiß sie über das Blitzen und woher kommt diese Angst, ein Fotoblitz könnte dem Baby wehtun? Ich bin auch kein Arzt Fachrichtung Optik und Auge, aber ich fragte mich gerade, ob es eine Mär ist, die sich festgebohrt hat – ähnlich der angeblichen Plastizität von Kleinbildfotos.

Grundsätzliches

Ein Blitz hat einen extrem höheren Energiegehalt als normale Lichtgeber wie Glühbirne oder Scheinwerfer. Von einem 430EX, einem typischen kleineren Aufsteckblitz, wird in einem „Augenblick“ von etwa 1/1000s eine Energie von etwa ~50 Watt/Sekunde(Ws) bzw. Joule umgesetzt. Das entspricht der Energie einer 50W-Glühbirne, die etwa 1 Sekunden strahlt, oder einer 500W Glühbirne in einer Zehntel-Sekunde oder – Achtung – eines 5.000W Scheinwerfers in 1/100 Sekunde. Im Veranstaltungsbereich werden gerne Atomic 3000 verbaut, Blitze mit einer Nennleistung von 1500W@100V, der Lichtoutput müsste um die 12.000 Joule pro Blitz betragen – und derer ist die hintere Wand bei TV-/Rockshows übersät (siehe geschätzte 60 Stück beim Echo 2012 MarylinManson/Rammstein). Nur: Die Art, Menge und Entfernung spielen eine erhebliche Rolle, wenn es um schädliche Auswirkungen von Licht/Blitz geht, zB ist Schweißen mit Lichtbogen so eine gefährliche Sache..

physische/biologische Umstände

Das menschliche Auge ist im Grunde genommen bei der Geburt voll ausgebildet, ich habe keinen fundierten Artikel gefunden, wo geschrieben wird, dass im Auge des Neugeborenen aufgrund der einsetzenden Tätigkeit des Sehens noch etwas dazuwächst oder „abstumpft“. Das Auge ist erstmal weitsichtig, es wird wohl mit dem Augeninnendruck zu tun haben, welcher sich an die neuen Verhältnisse anpassen muss, sprich, Scharfstellen(Akkomodation) kommt mit der Zeit. Die Pupille/Iris als Solche ist voll funktionsfähig, sie übernimmt die Adaption, das Anpassen des Lichteinfalls. Ganz wichtig: Die Adaption läuft unbewusst ab(!), der Körper selbst bestimmt aufgrund der auftretenden Lichtmenge die Größe der Pupille und wird nicht erlernt, ist also bei Erwachsenen und Babies gleich. Ärzte sagen, dass man dem Neugeborenen einige Stunden zum Gewöhnen an die neuen Lichtverhältnisse geben sollte. Kein Wunder, es kommt aus dem ständigen Dunkel – das unterscheidet sich in keinster Weise von einem Erwachsenen, der tagelang in Finsternis lebte und dann ans Tageslicht kam (Extrembeispiel Arbeiter im Untertagebau).

Die Anpassung der Pupille läuft in Relation zum Blitz extrem viel langsamer ab, ein Blitz wird seine Energie längst abgegeben haben, wenn das Auge anfängt zu reagieren. Das gilt für Neugeborene gleichermaßen wie für Erwachsene. Somit ist in dieser Hinsicht kein Unterschied zwischen Jung und Alt festzumachen.

bewusste Reaktionen

Reaktionsverhalten dient der Abwehr/Abmilderung von Problemen und Schäden. Dies sind erlernte Aktionen, die ein Baby nicht hat. Hier muß man ganz richtig sagen, dass das Blitzen von Babies eine ungewohnte Aktion ist, auf die das Kind nicht reagieren kann, schlicht, weil es diese Aktion nicht kennt. Zudem muß man dem Kind das Interesse zugestehen, dass es hinschauen wird, was da in die Höhe gehalten wird und blitzt Nur: Inwieweit hat das mit der Fotografie oder irgendwelchen Schäden zu tun? Dreht sich eine Person vom Blitz weg oder schliesst die Augen, ist das Foto eh für die Tonne, das ist bei Erwachsenen nicht anders. Wenn sich eine Person auf das Geblitztwerden einstellt, so hat das keine Auswirkung auf die Adaption des Auges, sondern nur auf die innere Biologie, zB auf die Menge der Adrenalinausschüttung und sonstiger Stresshormone, als Vorsicht/Achtung-Signal für den Körper. Man müsste nun also folgern, dass es bei Babies zu höherem Streßhormonausstoß kommt. Ist das nun gefährlich? Bedrohlich? Schädlich? Ein frisch Geborenes hat einen höheren Noradrenalingehalt als ein Erwachsener beim Herzanfall.. Interesant, oder?

Die Psychologie dahinter

Solange ein Kind sich nicht selbst verteidigen kann, nehmen die Eltern die Schutzrolle ein. Absolut menschliche Eigenschaft. Nur: In diesem Fall entscheidet der Erwachsene darüber, was bedrohlich ist und wie geschützt werden soll. Das bedingt Wissen und Erfahrung. Und hier liegt wohl der (zweit)größte Denkfehler beim Babies-Blitzen begraben. Der Erwachsene hat gehört (oder erfahren?!), dass Babys blitzen schädlich ist und möchte sein Kleines nicht diesem Streß aussetzen, also wird er diesen Moment vermeiden wollen. Just dann darf sich der Erwachsene fragen, woher er diese Erfahrung nimmt.. Totgeblitzt worden ist noch Niemand, geblitzdingst wurden die Menschen auch nur in „Men-In-Black“. Sind es Ansichten und metagesellschaftliche Erfahrungen aus den großen Katastrophen? Ein Blitz ist ein Vorbote des Schrecklichen.. Ein Gewitterblitz kann Schäden hervorrufen, der Blitz einer Atombombe ist durch Dokumentationen bekannt, eine Explosion bedingt auch einen Lichtimpuls. Rhythmische Lichtimpulse können Epilepsien hervorrufen, das Gehirn schaltet sich ob der Informationsüberlast einfach mal aus.

Bei aller Liebe und Fürsorglichkeit zum eigenen Kind und zum Erfolg eines Bildes mit Blitz sollten die Eltern mal in Ruhe durchdenken, was da gerade wer wie entscheidet.. Interessant ist, dass (A) dieses Wissen über „Was-ist-gut/schlecht-für-mein-Kind“ nach Geschlecht unterschiedlich ausfällt und (B) in vielen Köpfen der Sympathiefaktor entscheidet, ob geblitzt werden darf. Ein geblitztes Kompaktknippsenbild mit der besten Freundin ist ein „na-klar“, ein Handybild von den (verhassten) Schwiegereltern ein „no-go“. Ach ja, die Psyche und sein Kind..

Das Foto an sich

Kurz vor dem Ende kommen wir zum größten Fehler in der Denke des besorgten Elternteils. Soll ein geblitztes Foto aussehen? Dann wird der erfahrene Fotograf nicht frontal aus kürzester Nähe den vollaufgeladenen Blitz nutzen. Das passiert nämlich den schnell-mal-Knippsern oder Blitzunerfahrenen. Der wissende Fotograf wird den direkten Blick des Kindes in den Blitz vermeiden, indirekt blitzen, die Blitzleistung auf den nötigen Anteil herunterschrauben und im passenden Fall sogar weglassen. Und auch dies ist nicht auf das Fotografieren eines Neugeborenen beschränkt, sondern betrifft alle fotografischen Aktionen. Die einzige Kritik wäre demnach, dem unwissenden Fotografen auf die Finger zu hauen. Jener soll nicht so einen Terz machen, nur, weil er jetzt nen Blitz hat.

Lieber Fotograf, Ja, Du darfst den Blitz benutzen, ich hoffe Du hast Dir Gedanken gemacht, warum Du das tust. Setze unser liebes neue Etwas nicht unnötig unter Streß, es will mit Blitzen keine schlechte Erfahrungen machen.

Nachtrag: Jede Information zum Thema, besonders von Ärzten und Wissenschaftlern sei hier gerne gehört und verlinkt. Falsche Mutmaßungen von mir sind nicht absichtlich, sondern entspringen lediglich einem Gedankengang, der durch Erklärungen widerlegt werden darf.

Quellenverweise/Links:
Leitzahl Ws und Joule
Wikipedia Schweißen Gefahren/Maßnahmen
Lichtsinne
Oxytocin – das Liebeshormon
Familie.de – Blitzen bei Babys muß nicht sein
DSLR-Forum.de – Thread zur Frage, ob man Blitzen darf

Medientechnik Nachruf Quartal 1 2012

Das erste Quartal hat uns einen riesen Packen Wunderzeugs gebracht. Canon und Nikon haben die Nachfolger der Spitzengeräte vorgestellt (5D MkIII und 1DX bzw. D4 und D800), Sony will den neuen Sensor auch auf den Markt bringen, wohl am liebsten in Form einer spiegellosen EVIL 🙂 (Ein Witz, sie soll A99 heissen und 102(!) Kreuzsensor-AF-Punkte bieten..) Kodak ist Pleite, Fuji lässt die Nostalgie für einen gewissen Obulus aufleben und Instagram geht für ne knappe Milliarde übern Tisch. Zurück zum DSLR-Thema. Zwischen sportlichen 16-18 über 22 bis zu unglaublichen 36 Megapixel liegen die vorgestellten (und inzwischen in homöopathischen Dosen erhältlichen) Spiegelreflexbodies. Auch im Profisektor ist das Megapixelrennen nicht beendet, nur hat diesmal Nikon (Sony-Sensor!) die Steilvorlage gebracht. Und damit nicht genug, sogar die kleine D3200 von Nikon soll 24 Megapixel haben – zum Preis ab ~600Eur. Der Einsteigerbody überflügelt damit also locker die höchstauflösende von Canon.

Butter bei die Fische – wer braucht diese Menge an Pixeln? Lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen, wenn jemand Pixelmelodien auf der Marketingtrompete spielt. Tatsächlich ist die reelle Auflösung der D3200 zu meiner 5D (13MPix) eben nicht knapp doppelt so hoch, sondern steigt nur um ~37% – im Falle der D3200 wird jetzt schon moniert, dass sie bei guten Lichtverhältnissen (bzw. niedriger ISO-Empfindlickeit) sichtbar rauscht. Aber wir wollen nicht unken. Canons zweitbeste, die 5D Mark III kann sich mit den Technikfetischisten (logischerweise Nichtbesitzer) auch nicht so richtig anfreunden, zu gering seien die Verbesserungen. Meine Meinung?! Tolle Modellpflege, eine gelungene Version 3. Nur eben keine Revolution. Und leider durch den Preis schon ein Forenfüller.

Da darf man nebenbei der D800 einen Applaus gönnen, sie hat sowohl bei den Pixelzählern wie auch bei den Canonträumern eine Euphorie sondersgleichen ausgelöst. Für Action wird sie eher – trotz des hervorragenden AF-Systems – Nix sein, aber ihre hohe Bildqualität gepaart mit der schieren Menge an Pixeln macht sie äußerst attraktiv, so attraktiv, dass sie bei DxO, den Sensor-Kritikern, an einem gestandenen Mittelformatsystem von 0 auf Platz 1 gehüpft ist. Ist das nicht das Los des ewig Zweiten? Angriff ist die beste Verteidigung – und in diesem Fall sogar ein „Gamechanger“-Attribut. Nebenbei lese ich dennoch, dass sich beide Systeme wie geschnitten Brot verkaufen, im Falle eines großen US-Verkäufers aber im Verhältnis 25:1 zugunsten Canon. So falsch lagen sie also nicht mit der Tat, die Gebrechen der 5D II auszumerzen. („Talked to a major retailer today. It turns out the 5D Mark III has outsold the Nikon D800 25 to 1. Preorders favoured the 5D Mark III 15 to 1. I guess those are the only numbers that matter.“ – canonrumors)

Quo Vadis, liebe Fotografenwelt?!

Im Videolager ähnlich revolutionär die Vorstellung von RED, einen 4K-Laserprojektor für unter 10.000$ auf den Markt zu bringen, schon im September letzten Jahres war ein Betatester voll des Lobes – visionär war der Herr Oakley Jannard schon immer, leider aber nicht sehr fix. Seine seit Jahren ausgerufene Scarlet war (Q4-2011) endlich (für ~12.000Eur) da und – ja.. und.. konnte lediglich den Graben zwischen den Nicht-Redianern und den Liebhabern vertiefen. Revolutionär war sie nicht. Schon gar nicht, als knapp zwei Monate später ein Noch-Nicht-Startup-Unternehmen mittels Kickstarter.com den Betrag zusammenbekam, eine RAW-fähige Videokamera für ~2.500$ mit Super16-Sensor und 2K-Auflösung zu realisieren – so sollte doch die Scarlet werden.. damn..

Canon greift auch endlich in den Filmmarkt ein, die Cinema-Line wurde schon letztes Jahr mit der C300 (~16.000Eur) eröffnet, doch jetzt kommen noch die 1DC (~12.000Eur) und die C500 (~35.000Eur) dazu – und n paar Cine-Linsen für „Was-kost-die-Welt“, die Zoomlinsen bei etwa 45.000Eur, die Festbrennweiten geschätzt bei 10.000Eur.  Nix dabei für den aufstrebenden Indiefilmer – wo doch gerade Canons 5D MarkII mit der Video-DSLR-Revolution den Filmmarkt auf den Kopf gestellt hat. Also lag die Hoffnung auf neuen Goodies in der 5D III, zumindest in Nikons D800. Beide haben aber lediglich Magerkost zu bieten, wenn man der Meinung der Foren vertrauen darf (..muß man aber nicht..).

Und dann mussten die Uhren neu gestellt werden: NAB2012 und Blackmagic. Eine gestandene Mini-Firma (mit eigenen kleinen Problemchen 🙂 sie beenden nie die Arbeit am Produkt) legt einfach so eine RAW-fähige 2,5K-Kamera mit ~13 Blenden Dynamikumfang im „So-Gar-Nicht-Kamera-like“-Style hin – und das für (inzwischen gesicherte) 2.500Eur. Gut, der Sensor scheint Einigen zu klein zu sein, kaum größer als das Super16-Format – aber scheinbar rattenscharfes RAW für Schonkostgeld, das ist die Verkaufsformel für die nächsten Jahre – das 3D- und 4K-Marketing verpufft dagegen wie ein Tropfen Wasser in der Wüste, zumal nur die Kino-Gucker etwas davon hätten – wenn das Kino doch dafür eingerichtet wäre. Sehen wir die 4K-Diskussion einfach nur als Grundlage für das Shannon-Theorem und „habenWollen“-Verkaufsstrategien, dann wird alles gut. Jedenfalls legt Blackmagic noch ihre Postpro-Software DaVinci Resolve dazu, kostet separat schon knapp 1.000Eur (kleiner Tip: es gibt ne freie Version (Lite) davon, ausprobieren! ganz unten im Link). Na gut, die Kleinigkeiten am Rand sollten nicht unerwähnt bleiben: GoPro will seine HDHero2-Serie mit einer Firmware mit mehr Dynamik und höherer Datenrate ausstatten und Adobe feiert seinen Monopolismus mit der Version CS6.

Quo Vadis, ihr Videonauten?!

In beiden Fällen, der Fotografie und auch im Videosektor ist zumindest im deutschsprachigen Bereich die Forendiskussion um Gut/Böse, Fanboy/Flamer entbrannt und Beiträge werden regelmäßig zeitweilig geschlossen, weil Bauch und Kopf ihre Plätze getauscht haben. Tatsächlich hat jedes neue Produkt, das wie der Heiland erwartet wird, einen schweren Stand, denn es kann nur – ob der hohen Erwartungen – enttäuschen. Im Sinne der Kunst kann ich nur mitgeben: Technik ist nicht Kunst und ein Film/Bild wird nicht besser aufgrund seiner Auflösung oder Dynamik, sondern bestimmt seinen Wert allein aufgrund des Inhalts.

Und jetzt kaufe mir doch bitte Jemand dieses Bild für 3 Millionen ab, ich könnts gut anlegen in Geräte dieses ersten Quartals 😀

5D III – erste Blicke in die RAWs

Die Welt kocht ja ganz schön über im momentanen Kampf um die „beste Kleinbild-DSLR der Welt“. Ja, ich bleibe bei Canon und Nein, ich bin kein Fanboy – aber so sehr brauche ich die Besserungen der Nikon auch nicht, dass ich mich an viel zu große RAWs und ein komplett anderes Handling gewöhnen müsste. Langer Rede kuruer Sinn, Hier mal eine 100%-Crop Gegenüberstellung von 5D II und 5D III bei ISO25.600 inklusive leichtem Entrauschen in LR3.6.

Nachgelegt: Vergleich D800 ISO25.600 NEF aus LR4 – 100% Crop

Die Bilder stammen von imageresource.com. Und ich bin erstmal schier baff ob der Tatsache, dass wir von ISO25.600 reden, 8 Blenden über ISO100!!!

Noch zwei 5DIII-Crops nachgelegt. Aus RAW konvertierte Bildteile, 100% Crop, wie für RAW üblich nachgeschärft.

Dies ist ein eher eigenartiger und wenig vertrauenerweckender Test 🙂 Es geht um die „Breite“ der Glockenkurve, die um den idealen Grauwert entsteht. Hier schon mal beschrieben.

31.03.2012 nachgelegt – ein direkter Vergleich 5D2 und 5D3 bei ISO100 – man darf sich zurecht fragen, warum an der Bildqualität(BQ) der 5D3 gemeckert wird. Wenn man der Breite des Rauschens in den gezeigten Rechtecken glauben darf, ist die SNR auch bei ISO100 meßbar besser. Wenn man einfach sagt, die 5D2 sei schon eine der besten KB-DSLRs (in terms of BQ) – ja, dann ist die 5D3 nicht schlechter 🙂 Bitte das Bild anklicken, um die Sache garantiert in 100% zu betrachten. Diese Testbilder sind von dpreview, beide Bilder wurden zu TIF in ACR6.7 konvertiert, dann über LR4 mit den typischen Schärfen-Einstellungen von 25 und OHNE Entrauschen wieder nach JPG-90% gewandelt.

BF3 Keybinding nachbessern

Das Keybinding hat in Version 1.0 des Spieles BF3 noch zu viele Fehler. Manchmal reagiert es nicht auf Eingaben, im schlimmsten Fall gibt es Doppelbelegungen, weil der alte Eintrag nicht gelöscht wird – unter welchen Umständen auch immer. Im unteren Beispiel ist es mir „gelungen“ auf die mittlere Maustaste Melee/Messerangriff und Granatenwurf zu legen. Verständlich, dass dies ingame zu haarsträubenden Umständen führt.

BF3 Buggy Doppelbelegung

Die Datei zur Tastenbelegung findet Ihr unter Dokumente/BF3/settings/ und heisst PROF_SAVE_profile. Ein Eintrag hat folgende Form:

GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.0.axis 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.0.button 20
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.0.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.0.type 0

oder

GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.1.axis 24
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.1.button 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.1.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptToggleWeaponLight.1.type 2

Gezeigte Einträge sind auch im obigen Bild zu finden. Die Einträge sind mit jeweils 4 Eigenschaften beschrieben.

  • axis
  • button
  • negate
  • type

Tastenbelegungen auf der Tastatur sind schnell gefunden. Sie werden mit axis 0 definiert, während bei mir Joystick und Maus mit axis 24 definiert werden. Noch keine Bestätigung, dass es überall so ist, gehe aber davon aus. button ist offensichtlich der Key oder auch die Achse, die abgefragt wird. negate wird wohl -abhängig von button ein keyDown/keyUp- oder wirdKleiner/wirdGrößer-Attribut sein, zB brauchen wir für Tasten idR lediglich ein KeyDown-Event (also gedrückt), für Achsen am Joystick die negative oder positive Werteänderung. Die type beschreibt scheinbar die Unterklasse, in meinem Fall type 0 für Joystick, und type 1 für Maus.

  • axis 0
  • button X
  • negate 0
  • type 0

Der Wert X ist den Keycodes zu entnehmen, wobei ich den „offiziellen“ Namen für diesen Keycode noch nicht gefunden habe, es scheint der Microsoftsche Latin-Keycode zu sein. Eine passende Liste findest Du Hier. So habe ich meine CommRose auf Keycode 179, also Numpad Komma gelegt.

GstKeyBinding.default.ConceptCommMenu1.0.axis 0
GstKeyBinding.default.ConceptCommMenu1.0.button 179
GstKeyBinding.default.ConceptCommMenu1.0.negate 0
GstKeyBinding.default.ConceptCommMenu1.0.type 0

Messerattacke auf Mausbutton 2 (Maustaste auf dem Rad)
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.2.axis 24
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.2.button 2
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.2.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.2.type 1

Messerattacke auf Joystick Button 6
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.0.axis 24
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.0.button 17
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.0.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMeleeAttack.0.type 2

Es muß ein Eintrag für jede Aktion existieren, sonst fügt BF3 die Standardaktionen ein. In der Regel gibt es drei eintragbare Aktionen (Taste, Maus, Joystick), bei Achsenbewegungen wie zB Gucken mit der Maus oder Flugbewegugen werden jene scheinbar in einem Eintrag gehandelt, was die manuelle Änderung zuweilen recht schwierig aussehen lässt.

Beispiel: Infantrie Vorwärts Rückwärts (MoveFB=ForwardBackward)
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.0.axis 24
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.0.button 60
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.0.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.0.type 2

GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.1.axis 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.1.button 200
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.1.negate 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.1.type 0

GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.2.axis 0
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.2.button 208
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.2.negate 1
GstKeyBinding.infantry.ConceptMoveFB.2.type 0

Interessant wird die Sache für die Meisten aber bei den Jet/Heli-Einstellungen. Damit man den Filghtstick reaktivieren kann und auch benutzen, scheint es, als ob man ein bisschen nacharbeiten muß. Dies gilt vor Allem für den Logitech 3D Extreme Pro.

So, nachdem ich n bissel rumprobiert habe, sind das die Einstellungen für Rollen, Gieren und Nicken am Logitech Extreme 3D Pro. Ersetzt die Stellen durch folgende:

GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.0.axis 7
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.0.button 60
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.0.negate 1
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.0.type 2
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.1.axis 24
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.1.button 8
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.1.negate 0
GstKeyBinding.jet.ConceptPitch.1.type 1

GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.0.axis 24
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.0.button 8
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.0.negate 0
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.0.type 1
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.1.axis 6
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.1.button 60
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.1.negate 0
GstKeyBinding.jet.ConceptYaw.1.type 2

GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.0.axis 24
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.0.button 42
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.0.negate 0
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.0.type 2
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.1.axis 24
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.1.button 43
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.1.negate 1
GstKeyBinding.jet.ConceptRoll.1.type 2

mfg chmee

Logitech Extreme Pro unkalibrierbar?

Ich kann die Kritik durchaus verstehen. Logitech verkauft ein Produkt, vor Allem einen Treiber, der sich selbst kalibrieren können soll. Bei manchen kommt das früher, bei anderen später – aber irgendwann verstellt er sich und will partout nicht mehr normal sein. Absolut unspielbar. Wenn man zudem in den Genuß des Treibers (von 2010..) kommen möchte, Makros erstellen und Presets für verschiedene Spiele, so verliert man die microsoftsche Möglichkeit der manuellen Kalibrierung.

ABER

Mit einem Multigriff kann man jene auch mit der Logitechsoftware abrufen.. Anstatt die Einstellungen mit einem Mausklick anzuwählen, hält man dazu [SHIFT]+[STRG]+[ALT] fest und schon hat man die „alte“ Kalibirerung. Ich hoffe, Ihr gebt dem Stick noch eine Chance.. denn schlecht ist er nicht.
logitech extreme 3d pro kalbrieren

Battlefield Fonts

Auf vielen Seiten werden viele Aussagen gemacht. Nur sehr wenige scheinen genau hingeschaut zu haben. Der Schriftzug Battlefield scheint seit Beginn den selben Font zu benutzen. Sheldrake JNL.

Alternativ könnte man eine Helvetica Ultra Compressed nehmen, wo der Unterschied im B auffällig ist – und im Kerning, zB zwischen B und A.

Die Agency FB Bold ist es jedenfalls auch nicht.

Die Zahlen zum Spielenamen sind immer eigen, in BF2 ist die 2 mit der frei erhältlichen Atrox machbar, wobei die Atrox 2 auch nicht sehr harmonisch ist. Die 3 in BF3 habe ich nicht gefunden, mich dünkt fast, sie wäre ein Eigenbau. Die Strichbreiten sind irgendwie unförmig, jedenfalls nicht harmonisch. In Hinsicht auf abmahnbare Copyrightverstöße ist diese Eigenkreation auch nicht dumm.

Wer immer auch einen Tip zur 3 hat, her damit.

(F) In der Prignitz

Ein Wochenende in der Prignitz. Raus aus der Stadt, aufs Fahrrad und Natur genießen und mitnehmen. Wenn die Prignitz – mittig zwischen Hamburg und Berlin gelegen – etwas bieten kann, dann ausgedehnte Fahrradtouren oder Spaziergänge die Elbe entlang. Da man aufgrund des aktuellen Wetters mit allem rechnen kann, durfte ich in den Genuß blitzenden Himmels kommen. Kurz und bündig: Wenn Euch jemand fragt, ob Ihr Lust auf Land und Natur habt, sagt nicht nein, geht los und genießt es. Es ginge sogar ohne Kamera..

chmee

chmee

chmee

chmee

Thinkpad 600 – Supervisor Passwort auslesen

*Grummel* Ein Kunde hat das Passwort vergessen, mit welchem man ins BIOS kommt. Nicht so schlimm, mag man denken. Doch. Es ist das ominöse Supervisor-Passwort, das bei IBM-Business-Laptops alles still legen kann. Wenn die Biosbatterie leer ist, wird zB Uhrzeit/Datum gelöscht. Packt man eine neue Batterie rein, beanstandet das Laptop, eben jene Uhrzeit wäre nicht gesetzt – und lässt das System nicht starten, bis es verbessert wurde. Man kommt aber nicht ins BIOS, da man.. *Ihr habts erraten*.

Völliger Blödsinn, aber ok. Nun, da beisst sich also die Schlange in den eigenen Schwanz. Entweder man kennt das Supervisorpasswort, man sendet das Laptop ein (ob sie nun Auslesen oder Systemplatine ersetzen, keine Ahnung) oder man muß selbst ran und jenes EEPROM anzapfen. Die Idee, die Festplatte auszubauen und über einen USB-Adapter auszulesen hatte ich auch schon – Problem ist, dass jenes Supervisorpasswort auch als Security Lock Passwort für die Festplatte dient – also Trente mit Auslesen, ich kenne das Passwort eh nicht 😀 So sichert(e) IBM eben die Business-Laptops.. Helfen muß ich trotzdem.. *grummel²*

1. Gefunden hab ich den Arbeitsschritt auf dieser Seite – http://sodoityourself.com/hacking-ibm-thinkpad-bios-password/

Aber – es ist genauer für andere Thinkpads beschrieben. Also selbst auf die Suche machen nach

2. der Bezeichnung des EEPROM im Thinkpad 600 (Atmel 24C01A)
3. dem Datasheet zum EEPROM – Hier und Hier – ATMEL 24C01A PDF – 8 Beinchen SOIC
4. der Beschreibung zum Aus- und Umbau des Laptops (gott sei Dank liefert IBM/Lenovo sowas frei Haus) – Hardware Maintenance Manual Thinkpad 600 (E)
5. und den dazu benötigten Progrämmchen R24RF08 v2.0b und IBM PassLite

Macht Euch Gedanken, ob Ihr das wirklich tun wollt – ob es nötig ist. Allein der Ausbau der Platine (..hier auch schrauben?..), das Anlöten der Leitungen an den kleinen Chip und Wiederzusammenbauen (..wohin gehört denn wieder diese Schraube?..) sind für einen Ab&Zu-Löter schon eine Odyssee. Wenn Ihr also bereit seid, schraubt um Euer Leben, dann findet den Atmel-Chip, Pin1 ist mit einem kleinen weißen Punkt auf der Platine markiert.

WICHTIG! Ein USB-Seriell-Wandler funktioniert nicht! Es sollte ein echter serieller Port vorhanden sein! Die Problematik dahinter ist: Der serielle Port wird als I2C-Bus mißbraucht, sprich, die gesendeten „Signale“ entsprechen nicht der eigentlichen Norm – und ein „virtueller“ USB-Serieller-Port kann (in der Regel) lediglich „normal“ sprechen.

WICHTIG²! Die Portgeschwindigkeit auf 115.200 (8N1) und auf COM1 stellen. Danach den beigelegten itester starten und schauen, ob sich die Werte 0 und 1 alle 5 Sekunden abwechseln. Im Ordner 25RF08 ist auch die Auslese-App für das R24C01A drin, einfach mit der Eingabeaufforderung im jeweiligen Ordner r24c01.exe dump.bin ausführen und danach jene dump.bin mit dem oben verlinkten ibm passlite auslesen 😀

Es war NORD97. Ende gut, alles gut.
mfg chmee

(p.s.: Es sind nur 2 Schrauben übrig geblieben ;))